Hier stellen sich einige Mitglieder vor:

Christian Sach im Interview
Frage: Hallo Christian, wie bist Du zur AGH gekommen?
Christian:
Moin, ich bin seit den Anfängen dabei, also Gründungsmitglied.
Frage: Woher kommst du? Was machst Du neben der AGH?
Christian:
In meinem früheren Leben war ich ein hochqualifizierter Physiotherapeut (auf Altdeutsch: Krankengymnast), der sein Beruf geliebt hat. Da ich aber meine psychischen Beeinträchtigungen ignoriert habe, bin ich letztlich den Ansprüchen des ersten Arbeitsmarktes zum Opfer gefallen: nach einem doppelten Burnout ging es 2010 schließlich in die Erwerbsminderungsrente.
Danach habe ich mir gesagt: "Okay, keine Illusionen mehr, du baust dir nun ein Leben auf, das sich an deiner psychischen Erkrankung, Beeinträchtigung, Behinderung orientiert." Oder anders formuliert: Ich habe meine Erkrankung zu meiner Berufung gemacht. Arbeit und Beschäftigung bleibt ein fester Bestandteil meines Lebens - nur ist dies eben an meiner geringen Belastbarkeit orientiert.
Die zweite Säule neben der AGH ist ein Minijob als EX-IN-Kraft im Kieler Fenster, den ich mir mit einem Kollegen teile. Arbeitsschwerpunkt ist natürlich "Partizipation".
Frage: Was ist Dein Hauptinteresse in der AGH?
Christian:
Klare Antwort: Partizipation!
Und: Die Qualifikation zur Partizipation!
Partizipation ist ein zutiefst (basis)demokratischer Vorgang, der eigentlich in jeder Gesellschaft fest verankert sein sollte. Gesellschaftspolitisch bedeutet dies: ich will ein selbstbestimmtes, zufriedenes Leben inmitten unserer Gesellschaft führen. Sozialpolitisch: die AGH will (mindestens) einen Sitz in jedem Gremium, das unsere Belange betrifft. Dabei treten wir immer zu zweit auf, niemals allein.
Frage: Was hilft Dir bei der Aufgabe?
Christian:
Teamwork. Ich bin auf ein gutes Team angewiesen. Ist ein solches Team mit Freude bei der Arbeit, mache ich mir um das Ergebnis keine Sorgen...
Zudem ist es mir wichtig, dass mir die Leute, mit denen ich enger über längere Zeit zusammenarbeite, auch sympathisch sind. Kurzum: ich muss mich wohl fühlen, sonst verliere ich die Freude.
Frage: Was macht Dir in der AGH besonders Freude?
Christian:
Gute Frage! Wie man meinen Antworten entnehmen kann, ist die Freude der wesentliche Antrieb für mein Handeln. Natürlich gibt es auch Phasen, die schmerzhaft, belastend oder frustrierend sind, aber unter dem Strich sollte immer die Freude stehen.
Speziell gesprochen:
a-tens. Es macht mir Freude, Mitglied in einem funktionierenden Team zu sein.
b-tens. Mir geht das Herz auf, wenn ich miterleben darf, wenn sich Menschen weiterentwickeln.
c-tens. Wenn sich Dinge zum Positiven entwickeln, gerade im sozialpolitischen Bereich ist der Fortschritt auf kleinem Fuß unterwegs.
Frage: Was möchtest Du den Menschen mitgeben?
Christian:
Die drei Fragen, die ich immer stelle:
1. "Was macht dir Freude?"
2. "Wo liegen deine Talente?"
3. "Wo brauchst du Unterstützung?"
(Das Interview führte Inga Lange, AGH)

Nadja Witt
Ich bin Nadja Witt, seit Anfang 2024 Mitglied der Aktionsgemeinschaft Handlungsplan und seit Ende 2024 Teil des Vorstandes.
Ich bin vor allem auf kommunaler Ebene im Kreis Schleswig-Flensburg aktiv.
Dort halte ich unsere Regionalgruppe zusammen, kümmere mich um neue Interessenten, treibe die Netzwerkarbeit voran, bin zusammen mit der restlichen AGH Regionalgruppe im GPV vertreten und gemeinsam behalten wir die Psychiatrielandschaft vor Ort im Blick.
Auf Landesebene bin ich vor allem unserer AG Frauen sowie in der AG Finanzen tätig und beteilige mich gerne bei größeren Projekten.
Wie bin ich zur eigentlich AGH gekommen?
Über Ex-In! Als ich 2021 zum ersten Mal bei mir vor Ort beim damals noch sehr kleinen Ex-In Regionaltreffen gewesen bin, erzählte jemand von seinem Engagement bei der AGH und ich entschloss mich, mir das mal anzuschauen. Ich fand Gemeinsamkeiten zu meiner Nutzerrat -Tätigkeit, Themen, die mich bewegen – also blieb ich…
Zunächst noch in den kleinen Kreisen der Regionalgruppe Schleswig-Flensburg unter dem Radar der Kieler und doch mit viel Herzblut für sozialpolitische Themen.
Als ein Mensch, der von klein an für gesellschaftliche Themen brennt und sich gerne mit den Möglichkeiten Gegebenheiten zu verbessern auseinandersetzt, fand ich endlich genau den richtigen Raum, um in Gemeinschaft an diesen Themen zu arbeiten.
2024 wurde dann das Jahr, in dem ich mich mit den restlichen Mitgliedern der AGH mehr vernetzt und die Landesebene kennengelernt habe sowie mehr Aufgaben und Verantwortung übernehmen wollte.
Was gefällt mir an der AGH?
Mehr noch konnte ich in der AGH erleben, dass ich in meinem Handeln doch sehr wirksam sein kann und das Gefühl von Selbstwirksamkeit wurde ganz nebenbei ebenfalls in mir gestärkt.
Ich bin ein Mensch, der schon früh gelernt hat, den Mund zu halten und die eigene Persönlichkeit zu unterdrücken, eine bloß keine eigene Meinung zu haben und nichts zu hinterfragen.
Neben den Ex-In Kurs unterstütze mich vor allem die AGH dabei mich von den alten Ketten zu lösen, indem ich einfach ich selbst – also einfach Nadja Witt – sein darf.
Ich erlebe in der AGH ein großes Gemeinschaftsgefühl, in dem viel Wertschätzung, Verständnis und Rücksichtnahme herrscht – ein Nährboden, den ich zum Wachsen und entfalten braucht.
Ich mag den Austausch untereinander aber auch den Austausch, der durch Netzwerkarbeit sowie der Teilnahme an Gremien entsteht. Durch meine Erfahrungen bringe ich mich am liebsten bei Themen, die die Eingliederungshilfe betreffen ein, aber auch frauenspezifische Themen sowie die Erlebniswelt von Krisenerfahrenden sind für mich absolute Herzensthemen.

Ava Anna Johannson
Nach einer langen Krankheitsphase habe ich im Rahmen meiner Qualifizierung zur EX-IN Genesungsbegleiterin 2018 Kontakt zur AGH bekommen und war direkt begeistert. Ich habe neben hilfreichen auch viele schlimme Erfahrungen auf meinem Genesungsweg gemacht. Zwang, Gewalt, Vorurteile, entwürdigende Behandlungen. All das hat mich wütend gemacht und der Wunsch nach Veränderung war geweckt. Ich war froh mit der AGH eine Gruppe gefunden zu haben, in der wir uns gemeinsam für einer Verbesserung der Psychiatrie und für den Abbau von Vorurteilen einsetzen.
Mir gefällt, dass wir basisdemokratisch arbeiten und gegenseitige Unterstützung wirklich gelebt wird. Wir versuchen bei Beschlüssen möglichst einen Konsens herzustellen. Es zeigt sich, dass zum Beispiel Stellungnahmen mit denen wirklich alle einverstanden sind auch tragfähig sind. Das dauert manchmal und erfordert Geduld, lohnt sich aber.
Von 2020 bis 2025 war ich im Vorstand, aus dem ich leider aus Kapazitätsgründen ausgeschieden bin. Abgesehen von der formalen Verantwortung, die der Vorstand trägt, bemühen er sich alle Aufgabe gemeinsam mit interessierten Mitgliedern zu bearbeiten. So gibt es zum Beispiel ein Team, dass sich um Förderanträge kümmert. Das ermöglicht gemeinsames Lernen für alle. Dadurch, dass das Wissen nicht bei einigen wenigen konzentriert ist, sondern alle sich beteiligen können findet Empowerment statt.
Das ist ermutigend – auch für die Weiterentwicklung der Sozialpsychiatrie.

Andreas Kölln, Gründungsmitglied und seit 2015 aktiv
Ich bin regelmäßig im „Kieler Fenster“, eine psychosoziale Einrichtung der Eingliederungshilfe und Treffpunkt von Betroffenen mit psychischen Beeinträchtigungen. In dieser „Keimzelle“ der AGH habe ich Thomas Bartels und Christian Sach kennengelernt.
Die Beiden sind sehr sozialpolitisch engagiert und gut informiert. Ich habe Veranstaltungen besucht, an denen sie beteiligt waren. Und ich war sehr darüber erstaunt, wie die beiden gewirkt und mitgewirkt haben. Hierbei habe ich festgestellt, wie wichtig es ist sich als Betroffener einzubringen. Mein Interesse mitzuwirken war geweckt. Sie waren für mich Vorbild und Inspiration zugleich.
Ich fand den Gedanken der mitwirkenden Selbstvertretung einen guten Weg für kleine oder große Veränderungen! Und die dazu benötigten Grundsätze und Grundeinstellungen fand ich hervorragend und sinnvoll.
Als einer der ersten Aktiven neben Thomas Bartels und Christian Sach, habe die AGH mit aufgebaut. Für ca. ein Jahr war ich Mitglied im Vorstand. Zu meinen Aktivitäten gehörten u.a. die Eintragung der AGH ins Vereinsregister, die Mitverantwortlichkeit für die Kontoeröffnung des Vereins, die Anerkennung der Gemeinnützigkeit beim Finanzamt und die Kassenführung bis hin zur Körperschaftssteuer-Erklärung über Elster.
So habe ich meinen Beitrag geleistet, dass der Verein in seinen Grundlagen aufgebaut wurde und heute gut funktioniert. Ich bin weiterhin begeistertes Mitglied und wirke in meinen Rahmen der Möglichkeiten so gut mit wie ich kann.
Aktiv! Engagiert! Sozial!

Guten Tag, mein Name ist Roul Auerbach
Zu meiner Person:
Ich bin 34 Jahren alt, wohnhaft in Kiel.
Ich bin Mensch mit psychischem Handicap.
Habe mittlerweile 23 Jahre Psychiatrie Erfahrung.
Meine Haupt Diagnosen:
Emotional instabile Persönlichkeitsstörung Typ Borderline, schwere Rezidivierende Depression, schwere P.T.B.S.
Mein Weg voller Höhen und Tiefen:
Mein Weg begann in Itzehoe. Mit 16 Jahren merkte ich, dass mein Leben grade in die falschen Bahnen driftet. Ich bemerkte meinen steigenden Alkoholkonsum, der mich mehr und mehr in seine Macht zog. Dazu kamen ein Jahr später Drogen dazu. Erst Gras, dann Härteres. Meine Psyche war noch nie mir gut gegenüber. Ich hatte in frühen Jahren schon Probleme, mich zu akzeptieren, so wie ich bin. Sprich: Ich hasste mich mehr als jeder andere.
Es wurde auch in den Jahren nicht besser. Im Gegenteil. Es steigerte sich so sehr, dass ich einen Suizidversuch unternahm mit 17 Jahren. Ehrlich gesagt, wusste ich nicht, warum. Ich verstand nix mehr. Ich merkte dieses Leiden. Aber warum? Warum fragte ich mich.
Mit 18 Jahren war es dann so weit, dass ich das erste Mal in die geschützte Station eingewiesen wurde und ab da ging es Berg ab. Erst mal massig Einweisungen unter Zwang, Beschlüsse, Fixierungen,…
Zwangs Medikation … Ja, das war 4 Jahre lang mein Leben - täglicher Zustand, kann man dazu sagen. Vor 10 Jahren zog ich nach Kiel und kann sagen: Seitdem kam ich wieder auf die Beine, Stück für Stück.
Ich lernte das Kieler Fenster kennen und baute mich mit „bissel im Garten arbeiten“ wieder auf. Half dem Hausmeister bei Sachen und dann ging es halt step by step immer weiter. Es kam das „Team Trialog“ dazu, „Auf- und Abbau Team“ und vieles mehr.
Mein Weg in die AGH:
Ich bin ja damals, kurz nachdem ich nach Kiel gekommen bin, viel im Kieler Fenster viel gewesen. Da hatte ich damals Thomas getroffen, der mir von der der AGH erzählte und mich eingeladen hat, mal vorbeizukommen und mal reinzuschauen. Klar, dachte ich mir. Zu dem Zeitpunkt war das ein Gremium, aber es entwickelte sich zum Verein. Es war nicht immer einfach, es erfüllte mich aber sehr. Ich bin früher immer mal wieder ein geschlafen während der Sitzungen. Nicht weil es mich gelangweilt hat, sondern ich zu dem Zeitpunkt mit Konflikten nicht gut um konnte. Das Schöne war aber: Mir hat nie einer einen Vorwurf gemacht deswegen. Was ich sehr schön fand und mir das Gefühl gab, dass ich ein Teil von der Gemeinschaft war und auch bis heute bin.
Es gibt mir so viele Möglichkeiten, mich weiterzubilden und etwas zu verändern. Und Menschen dadurch zu helfen, Sachen nahezubringen, zu kämpfen. Dass auch wir eine Stimme und Rechte haben, für die es sich es lohnt, diese teilweise langen und nervenaufreibende Gespräche, Diskussionen, Treffen usw.
Was ich sonst noch so mache:
Mittlerweile habe ich mir ein gutes Ehrenamt Netzwerk aufgebaut. Das heißt, ich habe 4 Ehrenämter, wo ich mitwirke und mich einsetze:
Malteser Hilfsdienst: Dort bin ich im Kältebus und Arzt mobile mit am Fahren. Der Kältebus verteilt im Winter 3-mal die Woche warmes Essen und Getränke und Kleidung.
Das Arzt mobil ist mit dem Kältebus 1-mal die Woche mit dabei. Dort können sich Leute behandeln lassen, ohne Versicherung und anonym.
Im gleichen Verein habe ich meine Ausbildung zum „Einsatz Sanitäter“ gemacht (84 u.e Unterrichts Einheiten)
und begleite mit Kollegen San. Dienste, wo wir die medizinische Erstversorgung übernehmen.
Mein Praktikum beim DRK auf der Rettungswache: weil es mein Ziel ist, den Rettungssanitäter zu machen (in SH rs100) und wieder auf den ersten Arbeitsmarkt zu gehen.
Das Kieler Fenster mit vielen Bereichen - da gibt es immer was zu tun.
Die AGH, wo ich mich auch immer wieder mit einbringe - es gibt eine Vielzahl an Aufgaben.
Fazit:
Ich liebe es, etwas zu tun, was mir das Gefühl gibt, etwas Sinnvolles zu tun und etwas verändern zu können und Besserung zu erreichen. Ich kann mittlerweile ehrlich zu mir sagen: Ich bin STOLZ AUF MICH und es auch annehmen und damit ein gutes Gefühl zu verbinden.

Hallo, Ich bin Tom
und seit einigen Jahren bei der AGH Regionalgruppe Schleswig aktiv. Ich bin zur AGH gekommen, als ich von erstmals von Recovery und Empowerment gehört habe. Ich wurde eingeladen zur EX-IN Regionalgruppe Schleswig zu kommen und kurze Zeit später auch zur AGH Schleswig. Der Ansatz, als psychisch Erkrankter etwas im eigenen Leben zu verändern als auch in der Sozialpolitik etwas zu bewegen, hat mich begeistert. Ich finde es eine gute Sache, sich für die Belange psychisch Erkrankter einzusetzen! Ich hoffe in diesem Sinn noch viel mit der AGH erreichen zu können. In der Gemeinschaft können wir uns gegenseitig stärken und so auch stark nach außen wirken! Ich freu mich Teil davon zu sein und hoffe, dass weiterhin immer mehr ins Rollen kommt, d.h. unsere Ansätze und Überzeugungen in der Sozialpolitik und Psychiatrielandschaft Gehör finden, ankommen und verankert werden.

Erfahrungsbericht von Patrizia Pettke
Meine erste Berührung mit der Aktionsgemeinschaft Handlungsplan hatte ich bei einer Veranstaltung im Kieler Landtag unter der Überschrift „Baustelle Sozialpsychiatrie“ im Dezember 2019. Die AGH war an der Planung und Durchführung maßgeblich beteiligt. Es hat mich sehr beeindruckt, wie viele Menschen sich für diese Veranstaltung begeisterten und wie nachhaltig gelungen und professionell die Gestaltung dieses Fachtages war.
Mein Ziel war und ist es selbst Sprachrohr in Politik und Gesellschaft zu sein und für die Verbesserung der Lebensbedingungen und sozialpsychiatrischen Versorgung aus Betroffenenperspektive einzustehen.
In der AGH fand ich schnell Gleichgesinnte mit wertvollen Erfahrungen, an denen ich sofort teilhaben durfte. In die basisdemokratische Entscheidungsfindung wurde ich schon als Interessierte mit einbezogen. Jeder kann sich nach seinen Interessen, Fähigkeiten und Möglichkeiten einbringen, oder setzt auch mal aus, wenn es gerade nicht geht. Das konstruktive, lösungsorientierte Arbeiten erlebe ich als bereichernd und schätze den respektvollen Umgang untereinander sehr. Die Atmosphäre empfinde ich immer als sehr offen und herzlich.
Ich nehme an den monatlichen Arbeitstreffen und Fortbildungsfreitagen teil und engagierte mich in verschiedenen themenspezifischen Arbeitsgruppen. Ich freue mich sehr über die verschiedenen Austauschtreffen, weil ich meistens gestärkt und motiviert aus den Treffen gehe. Heute bin ich u.a. im Tandem bei zwei Projekten der „Landesvereinigung für Gesundheitsförderung in Schleswig-Holstein“ als AGH´lerin engagiert und arbeite hier eng mit Mitarbeiter*Innen aus verschiedenen Landesministerien und Institutionen auf Augenhöhe zusammen.
Aufklärungsarbeit ist für mich eine Herzensangelegenheit. Ich bin der Meinung: “Wirkende Partizipation, Teilhabe, Inklusion, Empowerment und Recovery braucht Sensibilisierung – und zwar auf allen Seiten - in der Mitte der Gesellschaft.” Deshalb beteilige ich mich an Trialogen, Workshops und Fachtagen.
Außerdem bin ich als Selbstvertretung in meinem Wahlkreis Stormarn engagiert und bekomme in meinem Wirken Vorort sehr guten Rückhalt durch die AGH. Das verständnisvolle Gefühl unter Gleichgesinnten und des „Getragen-Werdens“ verbinde ich mit meiner Mitgliedschaft.
Ich bin sehr dankbar die AGH kennengelernt zu haben und kann mir mein Engagement ohne die AGH nicht mehr vorstellen.

AGH - eine Chance zum Mitwirken
Mein Name ist Inga Lange. Ich bin seit November 2024 in der AGH. Ich arbeite am Abschluss meiner Qualifizierung als Genesungsbegleiterin. Ich habe mich ein halbes Jahr mit der Arbeitsweise der AGH bekannt gemacht und konnte in den Arbeitstreffen die Vielfalt an Aufgaben kennenlernen. Ich bin daraufhin zügig der AGH beigetreten, da ich überzeugt von den Zielen, der Zusammenarbeit und den interessanten Mitwirkungsmöglichkeiten bin.
Für eine Mitgliedschaft im Allgemeinen spricht für mich, dass die AGH viele wichtige Projekte unterstützt und Partizipation, Aufklärung und fundamentale Standards für psychisch erkrankte Menschen erreichen möchte. Persönlich hat mich die Arbeit in der AGH gereizt, weil ich die Gelegenheit erhalte, meine Talente in dem Rahmen einzusetzen, wie es mir als Betroffene möglich ist. Zudem motiviert es mich, mit gleichgesinnten und engagierten Menschen zusammenzuarbeiten.
Moin,
ich bin Jens-Christian und ich bin Mitglied der AGH.
Meinen Erstkontakt mit der AGH hatte ich beim Fachtag Baustelle Sozialpsychiatrie 2019 im Kieler Landeshaus. Dort sah ich zum ersten Mal Thomas und Christian im Gespräch auf Augenhöhe mit diversen Politikern. Das fand ich so beeindruckend und inspirierend, das ich mich dort gerne einbringen wollte.
Aber es dauert doch eine Weile mehr, bis ich mich traute eine Email zu schreiben und zum ersten Arbeitstreffen eingeladen wurde. Die Zusammenarbeit und das Arbeitsklima waren super und ich konnte sogar sofort mitmachen und wurde herzlich willkommen geheißen. Besonders spannend fand ich die verschiedenen Gremien und die ganze Struktur der Sozialpsychiatrie, die mir dort zum ersten Mal so richtig bewusst wurde.
Seitdem engagiere ich mich als Selbstvertreter in verschiedenen Bereichen und habe sowohl an Wissen, als auch an Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit und Lebensqualität gewonnen. Danke!

„Nichts über uns ohne uns!“ und
„Immer zu zweit – nie alleine!“
Leitsätze, die auch privat Sinn machen!
Hallo, ich bin Gunilla und mein „Startschuss“ war das Sozialpolitisches Hearing 2014.
Dort erlebte ich als ganz normaler Gast, wovon ich nur nebenbei und aus Erzählungen von Thomas mitbekommen habe. Na ja, „ganz normaler Gast“ stimmt nicht ganz, Thomas und ich verbringen unsere Leben gemeinsam. Doch nun hatte ich endlich eine Vorstellung von dem, was sie gemeinsam als Gruppe machen.
Meine Neugierde war geweckt und ich begann, die AGH-Arbeitstreffen zu besuchen. Mit dem Wissen: „Nichts muss – alles kann!“. Ich konnte dabei sein, ohne Verpflichtung.
Und fortan gab es in meinem Kalender also auch therapieferne Termine fest über das Jahr verteilt. Sie gaben Struktur – auf sie war Verlass. Gepaart mit wirklich netten Menschen! Hier konnte und durfte ich so sein, wie ich bin.
Vor einer Gruppe von Menschen zu reden, war für mich jedoch unvorstellbar. Und das verlangte auch niemand. Es gab keinen „Redezwang“. Ich durfte dabei sein, zuhören und das Gefühl der Gemeinschaft erleben. Immer mit dem Blick auf das jeweilige Thema. Ich konnte immer nachfragen, wenn ich etwas nicht verstanden habe und mir wurde klar, dass meist jedes Nachfragen auch Antworten für andere beinhaltet. Ich lernte die Regeln: „Störungen haben Vorrang“ und „Erstredner haben Vorrang“ kennen – die AGH wurde zu einem Ort, an dem ich gerne war – so ist es bis heute.
Um Bescheid zu wissen, worüber wir sprechen, gesellten sich zu den Arbeitstreffen schnell AGH-Fortbildungen (die Vorläufer der: „AGH-Fortbildungsfreitage“). Schon damals galt für uns der Grundsatz: „Partizipation braucht Qualifikation“.
2018 - in doppelter Hinsicht ein prägendes Jahr:
Die Verleihung des Eckehard-Raupach-Preises auf dem Frühjahrsempfang der SPD-Ratsfraktion am 20.03.2018 war nicht nur mein erster Schritt in die Öffentlichkeit, sondern auch Gründungsdatum des Vereins „Aktionsgemeinschaft Handlungsplan – Netzwerk von Menschen mit psychischen Erkrankungen, Beeinträchtigungen und Behinderungen in Schleswig-Holstein“. Die Namensgebung war ein erster Kraftakt. So verschieden die Menschen sind, so verschieden wollen sie sich im Namen wiederfinden.
Auf dem Fachtag „Baustelle Sozialpsychiatrie“ im Dezember 2019 überraschte mich mein eigener Mut. Eher spontan wurde ich Teil des Teams „Frauen-Workshop“, mein erstes großes Wagnis quasi. Die Rückmeldungen und die erlebte Energie bestärkten mich und meine Selbstsicherheit wuchs spürbar.
Ich entwickelte mich zur „Expertin in eigener Sache“ und lernte, wie wir als AGH mit Gesetzesvorhaben und Novellierungen umgehen. Z.B. das PsychHG: Die Erarbeitung unserer Stellungnahme mündete in der mündlichen Anhörung und am Ende in ein gutes Ergebnis. Und ich war ein Teil des Prozesses.
Seit 2020 bin ich nun Teil des Vorstands. Obwohl ich mich überhaupt nicht im Thema sah, war mir aber klar: Ich mache, was ich kann, bin dabei nicht alleine und wir werden es gemeinsam angehen. Vielen Dank an alle, die mir dieses Vertrauen entgegenbringen.
Als Vorstandsmitglied muss ich mich in viele neue und komplizierte Themen einarbeiten, wie die Regularien der Vereinseintragung, die Arbeit mit Notar und Finanzamt, die Jahresplanung von Terminen sowie die Vor- und Nachbereitungen aller Treffen. Insbesondere die Herausforderungen von CORONA und der Tod eines Vorstandsmitglieds machten die Arbeit kompliziert, da wichtiges Hintergrundwissen verloren ging.
Die AGH ist für mich ein Ort, an dem Mitgestaltung nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht ist. Hier wachse ich an (neuen) Aufgaben und erlebe, dass gemeinsames Handeln wirklich etwas bewirken kann.
